Surviving Mars im Test – Fesselnde Aufbaustrategie in anderen Welten

  • Spielspaß
  • Grafik & Sound
  • Umfang
  • Story & Atmo
  • Game Design

Auf unsere Erde wird es zusehends heißer und die Ressourcen knapper. Für viele ist der Aufbruch zum Mars der nächste logische Schritt. Surviving Mars nimmt uns mit auf die Reise zum Roten Planeten und die beginnt noch lange bevor die ersten Menschen eintreffen.

Astronautentraining lässt zu wünschen übrig

Bevor es losgehen kann, sollte man unbedingt das Tutorial gespielt haben. Für die fünf Abschnitte, können schon mal zwei Stunden investiert werden.

Nach dem gut verständlichen Tutorial fühle ich mich bereit und lande meine erste Rakete auf dem Mars. Doch schnell wird klar, das Tutorial war nur die Spitze des Eisberges. Vieles muss ich selbst herausfinden. Mein erster Versuch scheitert.

Mit ein paar Tweaks lässt sich das Szenario und die Schwierigkeit sehr dynamisch anpassen. Ich wähle einen Sponsor der mir mehr Geld und Forschungspunkte bietet und lande auf einem Abschnitt der Ressourcen im Überfluss verspricht. Vor Beginn kann man ein Geheimnis wählen. Geheimnisse sind die Missionen in Surviving Mars. Nur dass du keine Ahnung hast was dich erwartet.

Geheimnisse werden im Laufe der Zeit ausgelöst, zum Beispiel wenn deine Kolonie mindestens 100 Personen beheimatet. Die Story wird durch echte Ereignisse auf den Mars und Texttafeln vorangetrieben. Dabei ist der erste Absatz synchronisiert. Wie alle Sprachausgaben auf Englisch. Der Text sollte, auch wenn er manchmal echt lang ist, nicht ignoriert werden. Ohne die wertvollen Hinweis die darin versteckt sind, schafft ihr es womöglich nicht das Geheimnis abzuschließen.

Surviving Mars Drohne

Die Drohnen in Surviving Mars haben ein niedliches, personifiziertes Erscheinungsbild

Der ständige Kampf ums Überleben

Um eine überlebensfähige Kolonie auf die Beine zu stellen, benötigen wir die nötigen Materialien. Beton und Metall können wir selbst abbauen. Damit können fortschrittliche Ressourcen hergestellt werden Polymere, Maschinenteile und Elektronikgeräten. Aus diesen können wir dann Gebäude, Upgrades und vieles mehr herstellen. Zudem brauchen unsere Ex-Erdenbewohner auch Wasser, Sauerstoff und Nahrung um zu überleben.

Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn die Vorkommen liegen nicht immer nah beieinander und sind nach einer Weile auch erschöpft. Ohne gutes Ressourcenmanagement kommt man hier schnell an seine Grenzen. Auf der einen Seite sollt man sparsam sein, aber nicht zu lange warten bis man seine Kolonie expandiert. Gibt es mal keinen Engpass, ist man schnell verleitet den Überschuss zu nutzen doch auch der Schuss kann schnell hinten losgehen. Denn stürzt ein Meteorit unerwartet auf unsere Stromversorgung hinab, ist eine fatale Kettenreaktion vorprogrammiert. Eiserne Reserven sind Gold wert, denn irgendwas wird später immer mangeln.

Alles was die Marsmenschen begehren

Ich gab ihnen Wasser, ich gab ihnen Luft zum atmen und Äpfel zu essen. Doch das war ihnen nicht genug. Unsere neuen Marsbewohner brauchen mehr um zufrieden zu sein. Casinos, Bars, Kliniken und und und.

Sind sie das nicht verlieren sie mit der Zeit an Besonnenheit und Moral. Kolonisten ohne Besonnenheit erleiden einen Nervenzusammenbruch oder stürzen sich in den Suizid. Hat ein Kolonist seine Moral verloren wird er Kriminell. So oder so hat das schlechte Auswirkungen auf unsere ganze Kolonie.

Der Platz unter den Kuppeln ist begrenzt, deswegen sollte man geschickt aus den Bewerberpool wählen. Also ließ ich alle Alkoholiker und Gamer (sorry!) zuhause, denn Bar und Casino fressen viel Platz und Ressourcen.

Im Bewerberpool befinden sich alle Menschen die gerne von der Erde auf den Mars umziehen möchten. Jeder Bewerber hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Ein sexy Bewerber sorgt zum Beispiel für mehr Kinder die auf dem Mars geboren werden. Auch die sollten von Beginn an eingeplant werden, sonst ist deine Kolonie plötzlich voller Obdachlose. Mach nicht den selben Fehler wie ich.

Aufbaustrategie ohne Leerlauf

Surviving Mars hat mich manchmal für Stunden vor den Bildschirm gefesselt. Irgendwas ist immer los, nie kommt es zu irgendwelchen Wartezeiten. So vergeht die Zeit wie im Flug. Möchte man alle Geheimnisse aufklären, benötigt man schon einige Spieldurchläufe. Dann schlägt die Monotonie aber doch schnell zu. Den hat man den Dreh einmal raus, sind die einzelnen Aktionen ziemlich redundant.

Auch das Gameplay wirft einen Schatten auf das sonst gute Spiel. Die Steuerung auf der Konsole ist akzeptabel aber nicht mehr. In viele Funktionen und Menüs muss ich mich regelrecht einarbeiten, da sie im Tutorial ausgelassen wurden. Erscheint innerhalb einer Aktion, eine Texttafel, darf ich sie von vorn beginnen oder das Menü bleibt sogar ganz stecken. Auch die Einstellungen für den Zeitablauf blieben manchmal einfach stehen und verhielten sich nicht so wie sie sollten.

Doch am schlimmsten sind die die Drohnen. Die kleinen Arbeiter transportieren unsere Materialien oder bauen Häuser auf. Auch wenn ihre Verteilung gut geplant war und viel erledigt werden musste, blieben sie einfach untätig stehen. Wenn es in der Kolonie gerade an allen Ecken brennt ist das besonders frustrierend.

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Surviving Mars – Unsere Wertung

Surviving Mars hat seine Schwächen, doch der Spielspaß überwiegt. Manchmal konnte ich mich nur schwer von der Konsole losreißen. Nach einem mühsamen Einstieg verspricht das Spiel mindestens 40 Stunden Spielspaß. Die Geheimnisse bauen jede Menge Spannung auf, gerade durch die unklaren Ziele die oft mit unseren Erwartungen spielen. Da haben sich die Macher von Haemimont Games wirklich was einfallen lassen. Durch den stufenlos anpassbaren Schwierigkeitsgrad eignet sich Surviving Mars perfekt für alle Gamer egal ob Neueinsteiger oder Fan des Genre. Surviving Mars hat durchaus auch etwas pädagogisches. Es führt dem Spieler vor Augen wie kostbar Ressourcen sind und wie fragile das Dasein ist wenn genau diese fehlen. Was mich angeht, ich will jetzt gar sicher nicht mehr auf den Mars. Aber vielleicht sollten wir mit den Ressourcen unserer Erde so umgehen als wären wir schon dort?

Für wen lohnt sich Surviving Mars:

Jung & Alt, Menschen die sich für Science Fiction, Raumfahrt und Strategie- und Simulationsspiele begeistern.

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