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Magic: The Gathering – Innistrad: Midnight Hunt Mechaniken

Ab morgen können wir endlich die lang ersehnte Erweiterung Innistrad: Midnight Hunt für das beliebte Trading-Card-Game Magic: The Gathering digital über MTG Arena anzocken. Offiziell erscheinen die gedruckten Karten dann am 24. September 2021.

Bloodborne trifft Magic

Innistrad wird erfahrenen Magic-Spielern ein Begriff sein. Schon einige Sets zuvor diente die Fantasy-Region Innistrad als Thema für die Spielkarten. Der Zusatz „Midnight Hunt“ deutet dieses Mal auf einen Fokus auf Werwölfe, Vampire, Zombies und anderes Getier hin, die man gerne durchs Dorf jagen würde.

Darüber hinaus ist der Artstyle der Karten passend zum Herbst – die Tage werden wieder kürzer – in dunklen, erdigen Tönen gehalten. Deshalb ist heute Abend auch der perfekte Moment, die neuen Mechaniken von Innistrad: Midnight Hunt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Tag- und Nachtaktiv

Die schiere Menge an neuen Karten (277!) wird dadurch noch getoppt, dass viele Karten zwei Seiten haben (double-faced): wieder richtig viel zum Lesen.

Doppelseitige Karten spielen bei der ersten Mechanik, die ich dir vorstellen will, eine besondere Rolle. Denn viele Karten in dem neuen Set haben die Eigenschaft „Tag- und Nachtaktiv“ („Daybound and Nightbound“).

Sobald ein Spieler eine solche Karte ausspielt, startet ein Tag- und Nachtzyklus spielfeld- und rundenübergreifend. Für die Spieler kann es also immer nur Tag oder Nacht sein.

Wenn ich z. B. die Tavernenschlägerin ausspiele, wird es Tag. Falls in der gleichen Runde kein weiterer Spell ausgespielt wird und ich meinen Zug beende, wird es in der darauffolgenden Runde Nacht für alle Spieler.

Ich muss die Karte also auf ihre Rückseite drehen. Nun gelten alle Fähigkeiten und Eigenschaften sowie Stats, die sie hier hat, also 6/5.

Wenn mein Gegner in dieser Runde eine tag- und nachtaktive Karte ausspielt, so wird diese als nachtaktiv auf dem Feld landen.

Es wird wieder Tag, wenn in einer Runde zwei Spells ausgespielt werden. Dann drehen sich alle tag- und nachtaktiven Karten auf dem Feld wieder auf die Frontseite.

Wissenswertes:

  • Abgesehen von den doppelseitigen tag- und nachtaktiven Karten gibt es auch tricky Karten wie den Brimstone Vandal, der, sobald er ausgespielt wird, den Tag-Nacht-Zyklus startet.
  • Der Manawert einer doppelseitigen tag- und nachtaktiven Karte ist der auf der Frontseite.
  • Ausgespielt wird eine tag- und nachtaktive Karte immer mit der Frontseite. Erst auf dem Spielfeld wird sie „umgedreht“, wenn es im Spiel Nacht ist.
  • Man kann mit Spontanzauberkarten den Tag-Nacht-Zyklus während des gegnerischen Zuges beeinflussen.

Die Daybound & Nightbound-Mechanik ist meiner Meinung nach sehr interessant. Sie erfordert eine weitere strategische Überlegung, nämlich wann und ob ich meinen zweiten Spell, bzw. gar keinen Spell ausspielen werde.

Ich denke, gerade Control-Decks mit vielen Spontanzauberkarten werden gegen gute nachtaktive Kreaturen besonders stark sein, da sie die Nacht quasi ständig unterbrechen können.

Aufstören (…manchmal ist die deutsche Übersetzung ein Witz)

Zwischenspiel: Im Laufe meiner Recherche und dem Ziel, einen Artikel über Magic auf Deutsch zu verfassen, musste ich mich auch mit den offiziellen deutschen Übersetzungen der Karten rumschlagen. Eigentlich bin ich kein Sprachen-Purist, aber Aufstören als Übersetzung von Disturb sorgt für ein wenig Fremdschämen.

Aber zurück zum Wesentlichen: Die Aufstören-Mechanik lässt sich schneller abhandeln als die tag- und nachtaktiven Karten, obwohl auch hier die doppelseitigen Karten maßgebend sind.

Eine Karte mit Aufstören ist entsprechend gekennzeichnet. Man spielt solche Karten auch ganz normal mit der Frontseite von der Hand aus. Aufstören kommt erst dann zum Einsatz, wenn die Karte auf dem Friedhof liegt.

Vom Friedhof kann man diese Karten dann für ihre Aufstören-Manakosten wirken. So kommt die Rückseite ins Spiel. Auf dem Feld gelten dann nur noch die Werte, Eigenschaften und Fähigkeiten der Rückseite.

Wird die Kreatur zerstört, so wird sie ins Exil geschickt.

Wissenswertes:

  • Der Manawert der Rückseite ist weiterhin gleich der Frontseite. Die Aufstören-Kosten sind also nicht mit dem Manawert (Mana value) gleichzusetzen.
  • Eine bessere Übersetzung für Disturb wäre Verstören, aber das ist nur meine Meinung.

Disturb-Karten werden wohl häufig in den Arena Topdecks vorzufinden sein. In der aktuellen Rotation gibt es viele passive und aktive Fähigkeiten, die getriggert werden, wenn Karten aus dem Friedhof heraus gewirkt werden.

Ich wette auf spannende Lorehold-Disturb-Decks!

Hexenzirkel (gute Übersetzung!)

Mit dem Hexenzirkel (Coven) kommt eine weitere neue Mechanik auf uns zu. Zur Abwechslung spielen doppelseitige Karten mal keine Rolle.

Der Hexenzirkel ist eine neue Fähigkeit, die passiv oder aktiv ausgelöst wird, wenn man mindestens drei Kreaturen mit unterschiedlichen Stärke-Werten auf seiner Seite des Spielfeldes hat.

Triggered Fähigkeiten wie bei der Kerzenschein-Kavallerie werden dann ausgelöst, wenn man zum Beginn der Kampfphase drei Kreaturen mit verschiedenen Stärke-Werten hat.

Die Kreatur erhält Trampelschaden und kann angreifen. Um mal etwas Wissenswertes vorwegzunehmen: Wenn während des Angriffs eine von den drei notwendigen Kreaturen, die den Hexenzirkel triggern, vom Spielfeld verschwindet, ist der Hexenzirkel nicht mehr aktiv und die Trample-Fähigkeit geht verloren.

Bei aktiven Fähigkeiten ist es nach der Aktivierung egal, ob Kreaturen noch sterben oder nicht. Der Effekt kommt durch.

Neben Kreaturen gibt es auch Spontanzauber und Hexereien, die den Hexenzirkel als Fähigkeit haben.

Wissenswertes:

  • Bei Fähigkeiten, die im Kampf triggern wie z. B. bei der Kerzenschein-Kavallerie, gibt es diesbezüglich zwei Checks: einen zu Beginn des Kampfes und einen vor dem Schadenausteilen. Der Effekt kann also zweimal unterbunden werden.
  • Bei Spontanzaubern und Hexereien ist der Hexenzirkel manchmal etwas tricky. Wenn z. B. bei der „Kraft der alten Sitten“ der erste Effekt +2/+2 ist, kann man eine Kreatur auf die gleiche Stärke heben wie eine andere, sodass nicht mehr drei Kreaturen unterschiedliche Stärke-Werte aufweisen.

Ich bin beim Hexenzirkel kritisch, ob wir ihn außerhalb von Drafts sehen werden. Wie bei Pack Tactics ist der Aufwand und die Konterwahrscheinlichkeit sehr hoch. Aber mal abwarten, wie sich die Karten im Ranked durchsetzen werden.

Was kommt noch?

Nachdem ich die grundlegenden Spielmechaniken nun vorgestellt habe, werde ich dir nach ausführlicher Anzocksession am Freitag meine bisherigen Favoriten vorstellen.

Genügend Wildcards, ein Haufen Gems und Zeit sind vorhanden, um vom neuen Set Innistrad: Midnight Hunt ausführlich zu berichten.

Simon Pietras

Schreiberling, Gamer und Teetrinker.

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